Vestas und Mitsubishi planen Joint Venture

 Vestas und Mitsubishi planen Joint Venture


Der dänische Konzern Vestas ist weltweiter Marktführer für Windräder und beschäftigt rund 17.000 Mitarbeiter. Turbinen von Vestas sind in 73 Ländern zu finden, hauptsächlich sind sie allerdings an Land installiert. Der Markt für Offshore-Windräder wird derzeit von Siemens dominiert. Der Offshore-Bereich wird in den nächsten Jahren an Bedeutung gewinnen und vor allem in Europa deutliche Zuwächse verzeichnen können.

Für Vestas, dem Weltmarktführer, gilt es also seinen Markanteil gerade in diesem Wachstumssegment auszubauen. Seit einigen Monaten gibt es in der Branche Gerüchte, dass der dänische Großkonzern mit dem japanischen Konzern Mitsubishi über eine engere Zusammenarbeit verhandelt. Offiziell wurden die Gerüchte am 27. August 2013 von Vestas bestätigt und genau einen Monat später gab der Konzern in einer Pressemitteilung bekannt, dass es zu einer Einigung mit Mitsubishi Heavy Industries (MHI) gekommen sei.

Beide Unternehmen einigten sich auf die Gründung eines Joint Ventures, dessen Namen noch nicht bekannt ist, bis zum März 2014. Es fehlen im Übrigen noch die Zustimmungen der europäischen und asiatischen Wettbewerbsbehörden. Folgende Eckpunkte sind bekannt:

  • der Hauptsitz ist in Aarhus (DK) und bleibt damit im Kernmarkt Europa
  • etwa 300 Vestas-Mitarbeiter werden ans  Joint Venture ausgeliehen
  • die Entwicklung einer Turbine (V164-8.0 MW) wird vom Joint Venture übernommen
  • die kompletten Aufträge für Windräder der Reihe V112 offshore übernimmt das Joint Venture

Im Gegenzug schießt Mitsubishi Heavy Industries 100 Mio. Euro direkt in das Joint Venture und wird nach Erreichen gesetzter Meilensteine und Ziele weitere 200 Mio. Euro in das Projekt investieren.

Zu Beginn werden sowohl Vestas als auch die Japaner 50% der Anteile halten. Für 2016 ist für MHI jedoch die Option vorgesehen seinen Anteil am Besitz auf 51% zu erhöhen.

Es bleibt die Frage: Warum das Ganze?

Dazu steht in der Presseerklärung von Vestas:

“Leveraging on the respective strengths of each organisation, the JV will be well-positioned to win an expanding share of the offshore wind turbine market and become a global leader in this attractive and high-growth market; with Vestas’ comprehensive technological capabilities and long-standing track record within the overall wind power market, and the offshore wind segment specifically, and MHI’s strong and long-standing presence in global power markets and related technologies, the JV will benefit from significant synergies.“

Kurz gesagt, Vestas steuert die Technologie bei und Mitsubishi gibt das notwendige Kapital.

Mit der Bündelung von Vestas‘ Know-how  im Bereich Windenergie und Offshore und der jahrelangen Erfahrung von Mitsubishi auf dem weltweiten Energiemarkt sollen Synergien geschaffen werden, die beide Unternehmen wettbewerbsfähiger machen und die Kosten pro Energieeinheit senken, um Strom aus Offshore-Windparks günstiger produzieren zu können als bisher.

Sicherlich sollte man nicht die unternehmerischen Absichten vergessen. Der wachsende Offshore-Markt vor allem in Deutschland und Großbritannien lockt mit hohen Umsätzen. Im ersten Halbjahr  2013 wurden laut Ewea (European Wind Energy Association) bereits so viele neue Windräder installiert und ans Netz genommen um verglichen mit dem ersten Halbjahr im letzten Jahr die doppelte Kapazität zu erzeugen. Tendenz steigend! Vom Investitionsvolumen möchte auch Vestas profitieren und sieht im Joint Venture mit der japanischen Mitsubishi Heavy Industries die Chance, den im Offshore-Bereich überlegenen Konkurrenten Siemens angreifen zu können. Siemens hat in diesem Segment heute in etwa einen Marktanteil von 80%. Es ist also ein weiter Weg, wenn die Behörden der Kooperation zustimmen.

Nähere Informationen zum Thema:

Vestas – http://www.vestas.com
Mitsubishi Heavy Industries Europe – http://www.mhie.com/de/
European Wind Energy Association – http://www.ewea.org

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